Das Anti-Auto Manifest

Für einen Diskurs um den Ausstieg aus der Automobilität, wie wir sie heute kennen haben wir ein Manifest verfasst, welches einer Anti-Auto-Bewegung als Diskussionpapier dienen soll.
Hier gehts zum Download

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Auf der ganzen Welt sind Menschen in Bewegung. Die Massenmobilität hat sich zur Schicksalsfrage der Menschheit entwickelt. Viele Industrien und Menschen leben davon sehr gut, viele Menschen und die Natur leiden aber genau darunter. Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor: Der eingeschlagene fossil befeuerte Mobilitätspfad muss verlassen werden. Der alternative Mobilitätspfad wird alles verändern.

Der Stromsektor wird von der Kohle dominiert. Der Verkehrssektor wird von Autos dominiert. Aus sozial-ökologischer Sicht und aus einer kapitalismuskritischen Analyse heraus sind das beides unhaltbare Zustände. Wir plädieren dafür, dass sich die Klimagerechtigkeitsbewegung aktionistisch und antagonistisch mit dem motorisierten Individualverkehr und der dahinter stehenden Industrie auseinandersetzt. Wenn wir als kapitalismuskritische Bewegung wirklich das herrschende Wachstums- und Wirtschaftsmodell abschaffen wollen, müssen wir bei der deutschen Schlüsselindustrie anfangen und beim eigenen Mobilitätsverhalten aufhören. Wir wollen eine Anti-Auto-Bewegung formieren, die unser Leben schöner, sicherer und gesünder macht.

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#VWtötet – Proteste zur Jahreshauptversammlung von VW Bündnis kritisiert die Verantwortung von Volkswagen für die Klimakrise und den Abgasskandal

Foto: Robbin Wood

14. Mai 2019 Gemeinsame Pressemitteilung von gegenstromberlin, Extinction Rebellion Berlin und ROBIN WOOD

Pressemitteilung

Unter dem Slogan „Volkswagen tötet“ protestierten Aktivistinnen und Aktivisten heute zu Beginn der Jahreshauptversammlung der Volkswagen AG in Berlin. Ihre Die-in-Protestaktion richtete sich gegen die Mitschuld des Konzerns an der Klimakrise, den Abgasskandal und Kooperationen mit der faschistischen brasilianischen Regierung. Symbolisch starben Menschen am „Tatort Klimazerstörung“ an Klimawandelfolgen und Feinstaubbelastung. Die meisten Protestierenden waren als Fahrradkorso vom Ernst-Reuter-Platz angereist. Aktive der Klima-Gruppen gegenstromberlin, Extinction Rebellion Berlin sowie Robin Wood Berlin organisierten die Protest-Aktion.

„Ob durch Meeresspiegelanstieg, Hurrikans oder Hitzewellen: Der Klimawandel zerstört das Leben von Millionen Menschen. Als führender Konzern im deutschen Autokartell ist VW schuldig daran, dass die Treibhausgase im Verkehrssektor steigen und die Klimakrise verschärft wird. Volkswagen tötet“, kommentiert die Aktivistin Christina Eichberger von gegenstromberlin. Laut einer Studie von Greenpeace müsste der Verkehrssektor bis zum Jahr 2035 CO2-frei sein, um das Pariser Klima-Abkommen einzuhalten. Dagegen sind die CO2-Emissionen im Verkehrssektor seit 1990 gestiegen, unter anderem aufgrund steigender Fahrzeugzahlen sowie größer und schwerer werdender Modelle.

Weiterhin kritisieren die Aktivist*innen die Machenschaften von Volkswagen beim Abgasskandal sowie das Komplettversagen der Aufsichtsbehörden. „An giftigen Autoabgasen sterben in Deutschland heute mehr Menschen als bei Autounfällen. Doch statt Filtern entwickelte VW lieber Betrugssoftware. Dass diese kriminellen Machenschaften bis heute weitgehend ungestraft bleiben, ist ein Skandal“, konstatiert Christina Eichberger. Im Zuge des Abgasskandals wurde aufgedeckt, dass im VW-Konzern systematisch Abgaswerte verschiedener Modelle manipuliert wurden. In Deutschland sterben jährlich mehr Menschen vorzeitig an vom Autoverkehr verursachter Luftverschmutzung als bei Autounfällen.

Zusammen mit Vertreter*innen vom Dachverband der Kritischen Aktionäre wirft das Aktionsbündnis dem Volkswagen-Konzern eine Zusammenarbeit mit der faschistischen Regierung in Brasilien vor. „Präsident Jair Bolsonaro hat Indigenen, Umweltschützer*innen und Gewerkschafter*innen den Krieg erklärt – Profiteure sind VW & Co. Für solche Machenschaften wird Bolsonaro dann auch noch zum Liebling der Märkte gekürt“, erläutert Niklas Hove von den Kritischen Aktionären.

Pressekontakte vor Ort:

  • Julian Smaluhn, ROBIN WOOD, 0176 28566892
  • Tadzio Müller, gegenstromberlin, 0170 5333709

Hashtags: #VWtötet, #VWkills
Twitter: @RoWo_Berlin @XRBerlin @gegenstromB

Webseite von Robbin Wood

Volkswagen tötet.

Gemeinsamer Aufruf von :

Gemeinsamer Flyer (A5)

Kommt zur VW-Hauptversammlung und macht mit beim bunten und kreativen Protest gegen den automobilen VWahnsinn. Wir wollen Volkswagen und mit ih-nen der ganzen deutschen Automafia das Handwerk legen. Am 14. Mai beginnen wir mit den Ermittlungen direkt am Tatort.

|| City Cube, Messedamm 26 (P14) || 14.05.2019 || 9:00 Uhr ||

|| Gemeinsame Fahrradanreise vom TU Hauptgebäude (Straße des 17. Juni 135 ) || 8:30 Uhr ||

Unser Verdacht lautet:

(i) Kriminelle Klimazerstörung: Als führende Firma im deutschen Autokartell halten wir VW für schuldig daran, dass die Treibhausgase im Verkehrssektor steigen und die Klimakrise verschärft wird. VW beteiligt sich daran durch den Verkauf von SUVs und anderen Dreckschleudern. Von Unterlassung dieser Aktivitäten keine Spur: VW hat wie andere Autokonzerne angekündigt, weiter klimaschädliche Autos produ-zieren und verkaufen zu wollen.

(ii) Kriminelle Luftverschmutzung: An giftigen Autoabgasen sterben heute mehr Menschen als bei Autounfällen. Im Zuge des ‚Dieselskandals’wurde aufgedeckt dass Volkswagen anstatt Filter lieber billige Betrugssoftware entwickelte und bis heute ungestraft bleibt. Trotz der über 10.000 vorzeitigen Todesfälle allein in Euro-pa wegen höherer Luftverschmutzung.· Fahrlässige Tötung: Über eine Millionen Menschen werden jährlich bei Autounfäl-len getötet, davon 170.000 Kinder. Volkswagen trägt zum Töten bei, mit für Fuß-gänger besonders gefährlichen Geländewagen und einer völlig übermotorisierten Fahrzeugflotte. Kein Autokonzern wird bisher für die Schäden seiner Produkte be-langt.

(iii) Kriminelle Demokratieunterwanderung: Die großen deutschen Autofirmen – VW, BMW, Daimler, Audi, Porsche – bilden zusammen ein Kartell, das derartig enge Verbindungen zur deutschen Regierung (egal welcher) und zu den europäischen Institutionen pflegt, dass diese weder in der Lage noch willens sind, das Kartell zu regulieren. Stattdessen wird ihm in den Arsch gekrochen. Statt Gesundheit, Leben und Klima zu sichern, wird lieber ein tödliches Geschäftsmodell gefördert.·

(iv) Unterdrückung und Korruption: Volkswagen ist mit großer Brutalität gegen Gewerkschafter*innen in Lateinamerika vorgegangen. Der Konzern macht Deals mit korrupten Politiker*innen und Diktator*innen

Am 14 Mai werden wir die VW-Automafia auf frischer Tat ertappen. Die Verbre-chen müssen beendet werden

VW zur Verantwortung ziehen – Hauptversammlung vergrätzen

Der deutsche Autogigant VW, ist in den letzten Jahren vorallem durch Abgasmanipulation und großräumige Stadtlimousinen aufgefallen, die den Radfahrenden das Leben schwer machen. Nun will der Konzern klaren Tisch machen und in die E-Mobilität einsteigen. Für uns kein Grund zum feiern!

Als Produzent von Blechlawinen ist der Konzern auch involviert in die jüngsten Umweltkatastrophe in Brasilien, einer Schlammlawine die Tausende unter sich begrub. Arbeiter_innen aus Lateinamerika berichten immer wieder über die skrupellosen Geschäftsgebahren, die das globale Ungleichgewicht zementieren.

Darüber bedeutet ein reiner Wechsel des Antriebs eine Fortschreibung des bisherigen täglichen Straßenkampfes ums Überleben und klimaschädlichen Überproduktion von schicken Karossen.

Wir sagen: System change not climate change! und werden zur VW-Hauptversammlung am 14.05. in Berlin mit unserem Protest zeigen, dass ein Wandel notwendiger ist denn je.

Gemeinsam mit anderen Gruppen und Einzelpersonen bereiten wir den Aktionär_innen ein hässliches Willkommen. Willst auch du dich gegen den mobilen Wahnsinn einbringen schreib uns (info@gegenstromberlin.org) oder komme zum nächsten Vernetzungstreffen.

Gemeinsamer Flyer